Das Entwurfsgelände liegt am Müritzsee in einem ehemaligen Ferienlager. Bei der Überlegung zur Müritzklinik waren die vorhandene Topographie, die Beziehung zu den umliegenden vorhandenen und geplanten Gebäuden und die Identität der Klinik die Hauptbestandteile des Entwurfs. Die Form des Gebäudes folgt der Höhenlinie eines Geländevorsprungs. Die geschwungene Gebäudeform läßt als Reminiszenz an die Landschaft das große Raumprogramm zierlich erscheinen und ermöglicht dem Betrachter nur Einblicke in die Teilbereiche. Mit dieser, der Landschaft entlehnten geschwungenen Linie erhält die Müritzklinik eine geschützte einladende Eingangsseite und eine sich zum See hin öffnende Gebäudefront. Die gesamte Anordnung der Gebäudeteile innerhalb des organischen in die Landschaft eingefügten Gesamtkomplexes erleichtert den Patienten Orientierung und gibt Geborgenheit. Die Höhe des Gebäudes bei gleichzeitiger Zurücksetzung der oberen Etagen bekräftigt den Hügel. Die Patientenzimmer sind als sich öffende Räume mit Blick zum See konzipiert. Sie dienen während des Aufenthaltes als Rückzugsmöglichkeit in die Privatsphäre. Sie sind Einzelzimmer mit Bad/WC und Balkon. Die großzügigen Balkone ermöglichen die Verbindung zur Natur. Die Therapie mit Seminar-, Aufenthalts-, Gymnastik-, Büro - und medizinischen Räumen ist im massiven, festen Gebäuderücken untergebracht. Form und Funktion des Gebäudes, die enge Anbindung an die natürlichen Voraussetzungen, spiegeln sich in der Auswahl der Materialien wider. Die Patientengeschosse sind als naturbelassene, feinteilige Holzfassade, die massiven rückwärtigen Bauteile sind aus verputztem Mauerwerk, ausgeführt als strenge Lochfassade.