Waschhaussteg Lübz
Waschhaussteg Lübz
Das Projekt überzeugt durch seine klare Haltung in der gestalterischen Ausformung der Konstruktion und der damit verbundenen Differenzierung zwischen den massiven Brückenköpfen und dem dazwischenliegenden leichtunterspannten, transparenten Brückenkörper. Diese Haltung wird auch in der Brückengliederung konsequent fortgeführt. Das gesamte Brückenbauwerk setzt sich aus den Elementen Brückenkopf, Tragwerk, Lauffläche und Geländer zusammen; diese sind als Einzelelemente deutlich voneinander getrennt. Weiterhin werden außer den konstruktiven Beziehungen auch noch die angestrebten städtebaulichen Orientierungen als positive Ansätze bewertet. Die Ausformung der Geländer wird diesbezüglich ihrer Materialwahl hinterfragt, dies gilt insbesondere für die visuelle Stabilitätserscheinung.
Geschichte:
1837 Holzsteg zur Waschinsel; vor 1920 Stahlfachwerksteg mit Holzbohlenbelag; ca. 1930 bei Umbau der Schleuse und patiellem Zuschütten des Mühlenteiches erfolgt Abriß; 24.05.94 Bauausschuß beschließt Neubau
Konzeptionsziele:
Entlastung der historischen Mühlenbrücke vom Fußgängerverkehr, damit deren Restaurierung möglich; Erinnerung an früheren Waschhaussteg; neues Stadtbilderlebnis; filigrane, leichte Erscheinung in Bezug auf die benachbarte massive Mühlenbrücke; Aufnahme ortstypischer Motive: Stahlband auf Mauer, markante Brückenbrüstung; neue und alte Brücke im Dialog miteinander.
Planungskonzept:
Gebrauch: behindertengerechter Fußgängersteg; verkürzte Wegeführung zu Bürgerhaus, Rathaus, den Wohngebieten; landschaftlich geprägte Wegeführung als neue Erlebnisqualität. Gefüge: geschlossene Widerlager, dazwischen leichtgespannter, transparenter Brückenkörper; Wasserlauf im Ganzen überbrückend. Wirkung: feste, landbezogene Brückenköpfe; leichter, offener Steg; neuzeitlicher Eindruck im Verhältnis zur alten Mühlenbrücke. Gliederung: Brückenkopf, Tragwerk, Lauffläche, Geländer deutlich voneinander getrennt.
Beziehung: städtebauliche Orientierung an der Blickachse zum Amtsturm; Respektabstand und Achsverschwenkung zur Mühlenbrücke.
Konstruktion: Pfahlgründung; Hängekonstruktion mit Durchhang zur Verminderung der Seilkräfte in der Art einer selbstverankerten Hängebrücke; massive Widerlager, zwischengespannte Versteifungsträger (mit kleinem Stich); durchhängendes Flachstahlband, eingehängte Lauffläche mit Querträgern zur Aufnahme des Bohlenbelages; Geländer aus Seilen und Gitternetz.
Materialität: farbig lasierter Stahlbeton; seitliche Beleuchtung; Stahlelemente eisenglimmer-anthrazit; dunkles Holz; landseitig Betonbelag; feinmaschiges Edelstahlnetz an Seilverspannung.
Anschrift
Mühlenstrom
Lübz
Planer
Architekturbüro
architektur+anderes
Wakenitzmauer 33
23552 Lübeck
keinePlaner Entwurf
Klaus Brendle