Evangelisches Pflegeheim Woldegk
Evangelisches Pflegeheim Woldegk
Die Bebauung signalisiert durch die Formensprache, die gewählten Materialien und die Farben klare Funktionszuweisungen. Der eingeschossige kubische Baukörper wird umhüllt von einer feingliedrigen Lamellenkostruktion aus Holz, die eine spannende Mischung aus verschleiernder Transparenz und hermetischer Geschlossenheit erezeugt. Der Kontrast zu dem Ziegelmauerwerk des Wohngebäudes mit seinen großen Fensteröffnungen der "Wohnräume" und der Stahlkonstruktion der Balkone könnte kaum größer sein. Der Entwurf spielt gekonnt mit den Elementen Holz, Stahl, Ziegel und Glas. Da stimmen die Übergänge zwischen den Materialien ebenso wie die Durchbildungen und Proportionen der Bauteile. Das formale und ästhetische Konzept biedert sich nicht an. Es will eigenständig wahrgenommen werden - ohne zu irritieren oder zu verstören. Leider ist der Anspruch der Baukonzeption, der Stadtmauer die prägende Dominanz zu lassen nicht nachvollziehbar: Die aktuelle Zugangssituation zum Gebäude versperrte eine solche Erfahrungsmöglichkeit.
Heimat
Der Neubau des Pflegeheimes in Woldegk mit 30 Bewohnerplätzen ist Baustein für das Konzept einer dezentralen Versorgung mit altengerechtem Wohnen Mecklenburg/Strelitz. Der Ersatzneubau auf dem Grundstück des vorhandenen Altbaus ermöglicht den Verbleib der Bewohner in ihrer angestammten Heimat. Zusammen mit der Umnutzung des bestehenden Altbaus für Betreutes Wohnen (in Planung) un den weiteren Aktivitäten, wie Mittagstisch und Öffnung des Cafés zur Stadt, bildet der Standort einen wichtigen Kern für das zentrale Leben der Stadt.
Ensemble
Wichtiges ordnendes Element des Stadtbildes von Wodegk ist die weitgehend erhalten denkmalgeschützte Stadtmauer mit dem angrenzenden durchgrünten Wallgürtel. Der dreigeschossige Neubau lässt der Stadtmauer durch seine Lage und Einordnung im Hang die prägende Dominanz. Das Ensemble wird komplettiert durch den zwischen Altbau und Neubau eingefügten eingeschossigen Holzpavillon mit Cané und Küche als verbindendes und nach aussen offnendes Element. Vielfältige Anbindungen sind gegeben und stehen jederzeit offen - Wege zur Stadt durch die Stadtmauer und zur Straße, Übergang zum Altbau und Wege in Garten und Grüngürtel.
Lebensraum
Die Kompaktheit des Hauses ermöglicht kurze Wege. Die Flure weiten sich zu Aufenthaltsbereichen, die Treppenhäuser sind verbindende Orte der Kommunikation. Räume der Aktivität, wie Café, Kiosk, Friseur und Andachtsraum beleben alle Ebenen. Die Bewohnerzimmer öffnen sich nach Süden mit Fenstertüren. Unterschiedliche Außenbezüge werden angeboten - bepflanzte private Freisitze im Erdgeschoss, Balkone im Obergeschoss und Fernsicht im Dachgeschoss.
Landschaft
Das Haus ist eingebettet in die Hanglage. Der Grüngürtel der Obst- und Nutzgärten wird fortgeführt mit heimischen Pflanzen. Das Dach des Holzpavillons ist extensiv begrünt.
Material
Dem ländlichen Charakter entsprechend werden naturbelassene und ortstypische Materialienverwendet - roter Wasserstrich-Ziegel, unbehandelte Lärchenholzbekleidung und Zinkblech. Diese bestimmen auch die Innenräume - Ziegel-Sichtmauerwerk, Lärchenholzfassade, Lamellenparkett Birke und Einbauten aus Birkenholz.
Anschrift
Klosterstr. 20
17348 Woldegk
Bauherr
Diakonieverein des Kirchenkreises Stargard e.V. Neustrelitz
Planer
Tragewerksplaner
Bauplan Ing.Büro GmbH, Schwerin
Fachplaner
Haustechnik:
Ing. Büro Dittrich,Waren/Müritz
Elektrotechnik:
Ing.Büro Gläser,Burg Stardard