Hochschule für Musik und Theater Rostock
Hochschule für Musik und Theater Rostock
Entsprechend dem Nutzungskonzept hat das Ensemble multifunktionale Anforderungen zu erfüllen. Aus der vorhandenen historischen, denkmalgeschützten Bausubstanz mit ganz unterschiedlichem Erhaltungszustand waren Übungsräume, Probenbühnen und eine Hauptbühne nebst Werkstatt und Lager für Kulissen zu entwickeln. Schauspiel-, Musiktheater-, Orchester- und Kammermusikausbildung benötigten Verwaltungs-, Lehr-, Bibliotheks-, Sozialräume, Kommunikationszentren für Schüler, Lehrer und technisches Personal. Dieses erforderte eine geschickte Anordnung der Neubauten und ihre filigrane Einpassung in die historische Bausubstanz unter Beachtung der funktionalen, insbesondere der hohen akustischen Anforderungen und Störanfälligkeiten. Freiraum für großzügige Entwürfe war nicht vorhanden. Hier mussten die Ingenieure der verschiedenen Fachdisziplinen wie Tragwerksplaner, Grundbauer, Akustiker, Gebäudeausrüster interdisziplinär mit den Architekten und ausführenden Handwerkern in einem technisch äußerst schwierigen, höchst komplexen Feld unter der Ägide der Denkmalpflege ihr bestes Können vereinen.
Alles dies ist hervorragend gelungen. Der sensible Umgang mit dem historischen Material ist beispielhaft. Anschlüsse und Übergänge zwischen alter Bausubstanz und Neubauten wurden exzellent gestaltet. Die neuen Baustoffe wurden ihren Funktionen und den Verbindungen gerecht ausgewählt und angewendet. Neue Bauteile werden aus sich selbst heraus charakterisiert. Altsubstanz und notwendige Reparaturen daran sind als solche erkennbar. Neubauten und historische Bausubstanz bilden ein souveränes, einheitliches Ganzes. Achtung vor der Tradition und Mut zur Innovation werden durch das Ensemble eindrucksvoll vermittelt. Jedes Detail erfüllt die Anforderungen. Das gesamte Ensemble ist mehr als die lineare Superposition der stets gelungenen Details. Auch im internationalen Vergleich ist es richtungweisend. Es bildet den Keim für Leben und Wachstum des Quartiers Altstadt. Seine dezente Ausstrahlung hat bereits ganz Rostock erfasst. Es ist attraktiv für Menschen aus dem Umland, dem Ostseeraum und fernen Ländern.
Der genius loci wird hier seine Wirksamkeit entfalten. Studenten, Lehrer, Mitarbeiter und Besucher verweilen hier gern, wir auch.
Anschrift
Beim St. – Katharinenstift 8
18055 Rostock
Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern
Planer
Architekturbüro
Braun & Voigt, Planung und Projektmanagement GmbH (Jetzt: Braun Volleth Architekten GmbH)
Hanauer Landstrasse 172
60314 Frankfurt/Main
www.bv-architekten.dePlaner Entwurf
Wolfgang Braun, Georg Hagen, Carsten Volleth, J. Reimann
Tragewerksplaner
Acerplan Planungsgesellschaft mbH, Halle
Fachplaner
Sommerlad – Haase – Kuhli, Giessen
Brendel Ingenieure Gmbh, Berlin
GCA Ingenieure AG, Ottobrunn
ADA Acoustic Design Ahnert, Berlin
Institut für Bauphysik, Mühlheim
Bauwerksdaten
Planungszeitraum
1997
Baubeginn
1997
Fertigstellungstermin
2001