Zisterzienserkloster in Zarrentin am Schaalsee
Zisterzienserkloster in Zarrentin am Schaalsee
Bei dem Objekt handelt es sich um die denkmalgerechte Sicherung und Nutzbarmachung des baufälligen Restbestandes der einstigen Kreuzganganlage südlich des gleich nach der Wende renovierten Kirchenbaues. Der einzig erhaltene Ostflügel liegt hart an der steilen Hangkante zum Schaalsee. Die Gesamtanlage stellte das nördliche Ende der Siedlung Zarrentin dar. An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert, so bleibt der eindrucksvolle Ortsabschluss zur Landschaft. Zur Stadt öffnet sich das Ensemble mit der Fläche des ehemaligen Kreuzganges mit einer Grünfläche mit eindrucksvollem alten Baumbestand, zu der sich die Westfassade des Ostflügels öffnet. Durch eine bürgerschaftliche Initiative ist eine Privatisierung des Objektes vermieden und stattdessen eine Reihe öffentlicher Nutzungen untergebracht worden. Öffentliche Verwaltung, Bücherei, Museum und ein Veranstaltungsraum, vor allem für musikalische Darbietungen, bieten ein breites Spektrum an Interessantem. Zugleich führt das aber zu einer Fülle von internen baulichen Abgrenzungen, die zu der äußerst schwierigen Bewältigung der Restsubstanz hinzutraten. Es ist das große Verdienst aller am Bau beteiligten Fachleute, dass diese Schwierigkeiten am fertigen Gebäude nicht ablesbar geworden sind. Vielmehr ist es gelungen, die außergewöhnliche Raumfolge in ihrem wesentlichen Eindruck herauszuarbeiten und trotzdem die ganze Vielfalt der Baugeschichten bei näherer Betrachtung sichtbar werden zu lassen. Ganz klare Prinzipien im Umgang mit der Rekonstruktion treten dabei in den Vordergrund: Altes wurde nur ergänzt, wenn es eindeutige Belege für seine Gestalt gab, wie z. B. bei dem sehr schönen Fußbodenbelag im Veranstaltungsraum. Wo solche Beläge fehlten, wurde feinfühlig Neues entwickelt wie z. B. bei den Fenstereinteilungen. Haustechnik tritt nur sorgfältig gestaltet an wenigen Lichtobjekten zu Tage. Es gehört auch zu den großen Vorzügen dieses Projektes, dass alle Informationsmittel des Museums und der anderen öffentlichen Einrichtungen in einer Fülle dezent gestalteter Einbauten untergebracht sind, so dass auf die sonst üblichen nachträglichen „hausmeisterlichen" Hinzufügungen verzichtet werden kann. Diese Sorgfalt setzt sich bis in die individuelle, der Altbausubstanz geschuldete, Ausgestaltung der Amtszimmer fort.
Anschrift
Kirchplatz 8
Zarrentin
Bauherr
Stadt Zarrentin, vertreten durch: BIG-Städtebau M-V GmbH, Güstrow
Planer
Tragewerksplaner
BKR Ingenieure, Kaltenkirchen
Fachplaner
Innenarchitekt:
Rutsch + Rutsch, Drieberg
www.rutsch-rutsch.de
Landschaftsarchitekt:
Dr. Wagner, Rostock
Heizung + Sanitär:
Beier + Lehsten, Güstrow
Elektroplanung:
Willi Wiechmann, Güstrow
Lichtplanung:
Licht Design GmbH, Königsdorf/Frechen
Bauforschung:
Dirk Schumann, Berlin
Akustik:
ADA Acoustic Design Ahnert, Berlin
Restaurator:
Dr. Hellbrügge, Ascheberg
Bauwerksdaten
Planungszeitraum
1994 - 2003
Baubeginn
2003
Fertigstellungstermin
2006
Bruttogeschossfläche
6.670 m²
Umbauter Raum
9.980 m³
Baukosten
3,987 Mio €