Neue Rügenbrücke
Neue Rügenbrücke
Dieses schon wegen seiner Dimension und überregionalen Funktion herausragende Ingenieurbauwerk stellte sowohl eine städtebauliche als auch ingenieurtechnische Herausforderung dar. Betrachtet man so manche aktuelle Brückendiskussion an anderen Orten, so ist es fast ein Wunder, dass es an diesem stadthistorisch und landschaftlich empfindlichen Ort überhaupt entstehen konnte und jetzt bereits integraler Bestandteil des Stadtbildes zu sein scheint. Das Brückenbauwerk verdankt dies einer gelungenen Zusammenarbeit einer ganzen Reihe von Ingenieuren mit einem im Brückenbau erfahrenen Architekten. Erstere haben die Typologie des dreiteiligen Bauwerks in einem Optimierungsprozess entwickelt, letzterer hat die Ausformung der Tragelemente zu einem Maß an Eleganz geführt, die zumindest hierzulande selten vorkommt und sich auch im europäischen Vergleich sehen lassen kann. So ist es ein vorzeigbares Stück Ingenieurkunst im Großformat, das für kommende Diskussionen in der städtebaulichen Kompromissfindung zwischen Anpassung der Verkehrsentwicklung und den Anforderungen an die Lebensqualität dicht besiedelter Räume positive Signale setzen kann. Neben der gelungenen Ausformung müsste eine große Zahl höchst kniffliger Problemstellungen bei Konstruktion, Tragwerksplanung, Schwingungsverhalten und vor allem der Durchführung genannt werden, die den Rahmen eine Kurzbeurteilung sprengen würde. Zwei Aspekte seien hier herausgriffen, weil sie besonders beispielhaften und damit zukunftsträchtigen Charakter zu haben scheinen: Zum ersten Mal ist hier das bisher in Deutschland nicht zugelassene Litzenseil verwendet worden, was eine wesentlich einfachere Montage zur Folge hat. Des Weiteren sind die, im Übrigen extrem gut ausgeführten, Stahlverbund-Gabelstützen in derart großer Dimensionierung gebaut worden, die gerade im schwierigen städtischen Umfeld schlanke Überbauten zulassen und trotzdem an der Stützenbasis größere Abstände ermöglichen.
Anschrift
Bundesstraße B 96 N
Hansestadt Stralsund
Bauherr
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
vertreten durch Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, Berlin
Planer
Fachplaner
Ingenieurteam:
Schüßler-Plan Berlin
Schmitt, Stumpf, Frühauf und Partner Ingenieurgesellschaft im Bauwesen mbH, München
Ingenieurgemeinschaft EHS-VCE, Lohfelden
DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, Berlin
Bauwerksdaten
Planungszeitraum
2002 - 2004
Baubeginn
2004
Fertigstellungstermin
2007
Bruttogeschossfläche
43.000 m²
Baukosten
125 Mio €