Preisträger des Landesbaupreises 2014 geehrt – Erstmals Publikumspreis vergeben


10.07.2014

Glawe: Auf das Baugeschehen in MV aufmerksam machen


Am Donnerstag sind die Preisträger des Landesbaupreises Mecklenburg-Vorpommern 2014 im Güterbahnhof in Neubrandenburg ausgezeichnet worden. „Der Landesbaupreis ist eine hervorragende Möglichkeit, die Bauprojekte aus unserem Land einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, den Bekanntheitsgrad zu steigern und auch über die Landesgrenzen hinaus auf das aktuelle Baugeschehen in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam zu machen. Der Baupreis würdigt darüber hinaus die gelungene Zusammenarbeit von Bauherren, Architekten, Ingenieuren und Handwerkern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Donnerstag in Neubrandenburg.

Neue Kategorien für die Hauptpreise

Der Wirtschafts- und Bauminister Harry Glawe, der Präsident der Architektenkammer Joachim Brenncke und der Präsident der Ingenieurkammer Peter Otte haben die Preisträger gemeinsam ausgezeichnet. Erstmalig wurde der Baupreis in den Kategorien „Bausumme bis eine Million Euro“ und „Bausumme ab einer Million Euro“ vergeben. Eine weitere Neuerung ist der „Publikumspreis“, für den im Internet abgestimmt werden konnte. Es gab insgesamt 47 Bewerber, aus denen die Jury 13 Finalisten gewählt hatte.

Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme ab einer Million Euro“

Der Preisträger in dieser Kategorie ist das Kunstmuseum in Ahrenshoop. Die regional typische Struktur einer lockeren Gruppe reetgedeckter Häuser wurde in einen zeitgemäß gegliederten, maßstäblichen Museumsbau transformiert. Ausgehend vom Bezug zum traditionellen Bautypus wurden über das architektonische Gesamtgefüge hinaus Proportionen, Details, Materialien, Farben und Lichtführungen nach diesem Leitgedanken entwickelt. Eichenholz und handwerkliche Terrazzoböden sorgen für ortstypische Reduktion auf das Wesentliche. Im Ergebnis entstand mit dem neuen Kunstmuseum eine überzeugend selbstverständliche und gleichzeitig anregend abstrakte Architektur, die ein wunderbares Beispiel für modernen Regionalismus darstellt. „Aus der baukulturellen und geistigen Tradition des Ortes zwischen Bodden und Ostsee entwickelten die Architekten ein erstaunlich selbstverständliches und ebenso zeitgemäßes Konzept für das Haus. Das neue Kunstmuseum Ahrenshoop ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass mit leisen Tönen eine ortsgebundene, absolut moderne und poetisch berührende Architektur von großer Klarheit entstehen kann“, sagte Glawe.

Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme bis einer Million Euro“

In dieser Kategorie hat das Scheunentrio, ein Neubau von drei Wohnhäusern im Ostseebad Prerow, gewonnen. Das Grundstück befindet sich in einer innerörtlichen Lage. Die Häuser sind als Teil eines Bebauungsplanes konzipiert. Orientiert wurde sich an der traditionelle Bauweise der Küste in Kombination mit einer modernen Bauweise. Die offene Bauweise des Grundrisses zieht sich durch die gesamte Architektur des Hauses. „Die besonderen Ideen, die phantasievolle, stimmige und konsequente Neuinterpretation regional vorhandener Typologien und Materialien werden als beispielgebend für das Bauen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns mit einem Preis ausgezeichnet“, sagte Bauminister Glawe.

Publikumspreis geht an Drehbrücke in Malchow

Erstmals ist in diesem Jahr ein Publikumspreis vergeben worden, über den im Internet abgestimmt wurde. Gewonnen hat die Drehbrücke in Malchow. Mit dem Neubau der Drehbrücke wurde die im Brückenumfeld bereits vollzogene Stadterneuerung in einfühlsamer Weise vervollständigt. Zurückhaltend, aber dennoch akzentuiert durch seine Konstruktion und der leichten Überhöhung im Straßenverlauf, fügt sich das Brückenbauwerk elegant in seine Umgebung mit dem historischen Stadtensemble ein. Die Schrägseilbrücke mit ihren Pylonen bildet das Tor zur historischen Altstattinsel; stellt für sich aber auch einen besonderen Anziehungspunkt dar. 730 Stimmen wurden für die 13 Finalisten insgesamt abgeben. „Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Online-Teilnehmer entschieden sich für die Drehbrücke in Malchow. Für Einheimische und Gäste der Stadt ist die Verbindung von der Insel zum Festland nicht nur bequemer, sondern auch deutlich attraktiver geworden. Die Drehbrücke ist ein zeitgenössisches Wahrzeichen von Malchow“, sagte Glawe.

Bewerber und Jury – Preisträger-Katalog auch online

Der Minister bedankte sich bei den Bewerbern und bei der Jury für das Engagement. „Die eingereichten Arbeiten repräsentieren das Baugeschehen in unserem Land: in ihrer Aufstellung so breitgefächert und abwechslungsreich, wie man sich die Baukultur nur wünschen kann“, betonte Glawe.

In der Jury saßen Vertreter der Architekten und der Ingenieurkammer M-V sowie aus dem Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus. Die Bewertung der Objekte erfolgte unter besonderer Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, konstruktiver, ökonomischer und innovativer Kriterien. Dabei wurden u. a. nachhaltige Ansätze zur Überwindung von Barrieren, zum Wohnen, zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, für eine kulturelle, soziale oder ökologische Erneuerung ebenso beachtet wie die Energieeffizienz.

Die eingereichten Beiträge reichten von Museen, einer Molkerei bis hin zu Wohnhäusern. Neben der Ehrung der Landesbaupreisträger in den beiden Kategorien wurden fünf Belobigungen sowie zwei Anerkennungen vergeben. (Mehr dazu siehe Liste - Preisträger, Belobigungen und Anerkennungen im Überblick).

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Ausstellung zum Landesbaupreis 2014 eröffnet. Sie ist für vier Wochen im Rathaus in Neubrandenburg zu sehen. Die aktuellen Preisträger sowie alle Preisträger der vergangenen Jahre werden in einem gesonderten Internetauftritt unter www.landesbaupreis-mv.de vorgestellt. Eine Broschüre „Landesbaupreis 2014“ mit den Preisträgern sowie Belobigungen und Anerkennungen steht zum Download bereit unter www.wm.mv-regierung.de in der Rubrik „Publikationen“ (linke Spalte) beim Schwerpunkt „Bau“.

Preisträger, Belobigungen und Anerkennungen im Überblick


1. Preisträger


Landesbaupreis der Kategorie ab 1.000.000 €
Neubau Kunstmuseum Ahrenshoop
Entwurfsverfasser: Staab Architekten
Schlesische Straße 27, 10997 Berlin
Landesbaupreis 2014
Dotierung 4.000,- €

Landesbaupreis der Kategorie bis 1.000.000 €
Scheunentrio, Neubau von 3 Wohnhäusern, Ostseebad Prerow
Entwurfsverfasser: Möhring Architekten Schwedter Straße 34a, 10435 Berlin
und Bäckergang 2a, 18375 Born a. Darß
Landesbaupreis 2014
Dotierung 4.000,- € 


2. Belobigungen

Belobigung der Kategorie ab 1.000.000 €
Ersatzneubau Drehbrücke, Inselstadt Malchow
Entwurfsverfasser: Ingenieurbüro Thiele Partner
Zierker Straße 39, 17235 Neustrelitz
Belobigung
Dotierung 400,-€

Duett Warnemünde, Neubau Wohnhaus mit 6 Wohneinheiten
Entwurfsverfasser: Löser Lott Architekten GmbH, Katharina Löser
Pappelallee 6, 10437 Berlin
Belobigung
Dotierung 400,-€

Wiederherstellung des historischen Parks, Schlosspark Hohenzieritz
Entwurfsverfasser: Prof. Stefan Pulkenat, Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing./BDLA
Fritz-Reuter-Str. 32, 17139 Gielow 
Belobigung
Dotierung 400,- €

Belobigung der Kategorie bis 1.000.000 €
Neubau Bühne, Evangelische Schule Dettmannsdorf
Entwurfsverfasser: mrschmidt Architekten
Bartningallee 4, 10557 Berlin
Belobigung
Dotierung 400,- €

Haus Schmela, Finken Umbau und Instandsetzung eines alten Bauernhauses 
Entwurfsverfasser: Univ. Prof. Gernot Nalbach,
Nahlbach + Nahlbach Ges.v.Arch. mbH
Rheinstraße 45, D-12161 Berlin
Belobigung
Dotierung 400,- €

3. Anerkennungen 


Anerkennung der Kategorie ab 1.000.000 €
2. Baustufe Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems, Neubau Stall- und Laborgebäude
Entwurfsverfasser: Generalplaner Insel Riems IttenBrechbühl
RAUH DAMM STILLER PARTNER BDA
Wolgaster Straße 22-24, 17489 Greifswald
Anerkennung

Anerkennung der Kategorie bis 1.000.000 €
Derz‘sches Haus, Sanierung und Modernisierung eines denkmalgeschützten Bürgerhauses
Entwurfsverfasser: Schelfbauhütte GmbH & Co. KG
Bergstraße 20, 19055 Schwerin
Anerkennung